PARTIZIPATION

FÖRDERUNG DER VIELFALT

Bis 2014 war die Matthias-Grundschule Modellschule für Partizipation. Viele Ergebnisse haben wir auf dem Weg hin zu mehr Mitbestimmung und Verantwortung schon erreicht:

In allen Klassen tagen die Klassenräte einmal in der Woche. Dabei werden diese Runden zunehmend von den Kindern selbst geleitet. Hier werden Probleme erörtert, Wünsche geäußert oder über Erfolge gesprochen. Jede Klasse wählt zwei Klassensprecher, einen Jungen und ein Mädchen. Diese sind Mitglieder in der KS22, die alle ein bis zwei Monate mit Frau Katharina Müller tagt. Die Ideen der einzelnen Klassen werden hier zusammengetragen und es wird möglichst gleich nach Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. Dabei werden auch die sich daraus ergebenden Aufträge und Aufgaben an die Kinder verteilt, die sich so auch für die Umsetzung verantwortlich zeichnen. Das bezieht sich zum Beispiel auf die Erstellung von Schulregeln, Pausenhofregeln, die Regelung des Toilettengangs und auf das Freizeitangebot an der Schule. Regelmäßig finden Schülerversammlungen statt.

Im Blick ist dabei natürlich auch die Vielfalt an unterschiedlichen Kindern und Erwachsenen, die sich durch ihre Teilhabe in der Schule wiederfinden sollen. Bei aller Unterschiedlichkeit und den damit auftretenden Interessenskonflikten sehen wir sie als Bereicherung für unsere Schulkultur. In diesem Zusammenhang haben wir folgende Projekte zur Unterstützung initiiert:

Seit dem Schuljahr 2011/12 nehmen wir unsere Jungs genauer unter die Lupe. Hintergrund war zunächst der Gedanke, dass das ursprünglich überwiegend weibliche Kollegium vielleicht einfach nicht immer das nötige Verständnis für Jungen aufbringen und viele Konflikte durch ein besseres Verständnis der geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen vermieden werden könnten. So haben wir uns dazu entschlossen, uns für die Teilnahme am Projekt „Junge Junge – Bildung macht den Unterschied!“ , ein gemeinsames Programm der Nikolaus Koch Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, zu bewerben. Für Trier sind wir gemeinsam mit der Kita „Spatzennest“ und der Kurfürst-Balduin-Realschule+ ausgewählt worden, an diesem Projekt mit umfangreichen Schulungen und Begleitung der Ideenentwicklung an der Schule teilzunehmen. Unser Ziel ist es dabei auch, Jungen für mehr kulturelle Bildung zu gewinnen – wir sind uns sicher, dass viele Talente unter der rauen Oberfläche schlummern. Erste Erfolge konnten wir bereits für Jungen und Mädchen gleichermaßen erreichen. Die Kinder haben sich in den Klassenräten überlegt, wie für sie anregende Pausen aussehen. In den Schüler- und Lehrergremien wurde nach einiger Beratung dann festgehalten:

  • Dem Wunsch nach Fußball, Fußball und Fußball wurde durch ein neues Tor aus den Projektgeldern nachgekommen, gleichzeitig kann in jeder ersten Pause der angrenzende Bolzplatz – sofern die Aufsicht ihn als bespielbar freigibt – genutzt werden.
  • In der zweiten Pause gilt das selbe für den auf der anderen Schulhofseite liegenden Spielplatz – auch hier entscheidet die Aufsicht, ob der Platz gefahrlos genutzt werden kann.
  • Einmal in der Woche findet zudem eine „Hammerpause “ statt – unser Hausmeister Patrick Glieden öffnet dafür die Werkraumtüren zum Schulhof, wo die Kinder sägen und hämmern dürfen.
  • Und dann wäre da noch die monatliche Musikpause, die jeweils von einer Klasse zusammengestellt und dann lautstark auf dem Schulhof präsentiert wird – zum Tanzen und Mitsingen, für Jungen und Mädchen.

Ein weiteres großes Feld der Vielfalt bieten die Kinder und Eltern aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Viele Nationen kommen bei uns zusammen. Um Migrantenkindern die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen, müssen sie zunächst einmal über fundierte Sprachkenntnisse verfügen. Der Deutsch-Intensivkurs (DaZ-Kurs) für Kinder ohne Deutschkenntnisse, der seit dem Schuljahr 2011/12 an der Schule besteht, hilft den Kindern beim systematischen Spracherwerb.  Wir bieten in Kooperation mit dem Palais e.V. außerdem eine „Qualifizierte Hausaufgabenhilfe mit Kommunikationstraining für Kinder mit Migrationshintergrund“ an.

Zu dieser Vielfalt gesellt sich seit dem Schuljahr 2012/13 die Öffnung unserer Schule zur Schwerpunktschule: Auch Kinder mit besonderem, diagnostizierten Förderbedarf sind willkommen!  Sie sind sich unserer besonderen Unterstützung sicher. Auch sie haben aber Stärken, die sie ganz selbstverständlich in die Klassen und die Schulgemeinschaft mit einbringen – ein Beitrag zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, und für die „Regelkinder“ der Beweis, dass Jede/r seinen Platz mitten in der Gesellschaft hat. Leider ist unser Schulgebäude noch nicht barrierefrei; wir hoffen, dass sich das in den nächsten Jahren anpassen lässt.

Auch die Eltern sind eingeladen, die Schule mitzugestalten. Das seit dem Schuljahr 2012/13 eingeführte monatliche Elterncafé bietet eine besonders attraktive Art der Elternteilhabe. Eltern organisieren die Treffen weitgehend selbst und können bestimmen, zu welchen Themen Experten eingeladen werden – oder sie treffen sich im Café einfach so zum ungezwungenen Austausch. Informieren konnten sie sich bereits über Beratungsmöglichkeiten in Trier, gute Spiele, gesunde Ernährung, Verkehrssicherheit und Fragen des Übergangs von der Kita zur Grundschule. So bieten die regelmäßigen Treffen niedrigschwellige Beratungsmöglichkeit  – aber auch Raum zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung und Beratung. Die aktuellen Termine finden Sie im Kalender.

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