Alle besten Dinge entstehen nur mit Anstrengung

Warum wir unser FSJ immer wieder machen würden - Ein Gastbeitrag von Sarah Grub und Maribel Pütz

Wenn man das Abitur in der Tasche hat, fühlt man sich ein bisschen so, wie man sich die Uni vorstellt: Man schwebt in gewisser Weise in akademischen Sphären, zumindest so lange, wie das Kurzzeitgedächtnis das geballte Wissen halten kann. Wir haben danach ein FSJ angefangen, hauptsächlich um zu testen, ob ein sozialer Beruf wie Grundschullehramt der richtige Beruf für uns ist, um sich sozial in der Gesellschaft einzubringen und selbst einen kleinen Beitrag zu leisten.

Jetzt, nach einem halben Jahr, sind wir froh ein FSJ zu machen.

Besonders wegen drei Sachen, die man zuerst gar nicht so auf dem Schirm hat:

1. So viel wie man lernt, lernt man auch über sich selbst.

2. Man bekommt einen bittersüß realistischen Geschmack des Arbeitslebens.

3. Man bekommt, nach den akademischen Abitursphären einen umfassenden Realitätscheck.

Fotos: Frau Grub und Frau Pütz

Das FSJ ist natürlich nicht immer einfach, aber es lohnt sich. Es ist ein gegenseitiges Fördern und Fordern, wenn man viel gibt, bekommt man viel zurück, und oft sogar noch mehr. In der ersten Zeit des FSJ gibt man besonders viel.

Der Übergang von der entspannten Nachabiturzeit zum Arbeitsalltag mit 36h die Woche ist so hart wie man sich ihn vorstellt. Die Auflistung unserer Hauptaufgaben trügt einen zuerst ein bisschen, in der ahnungslosenTheorie klingen sie nach keiner großen Sache, besonders da man nirgendwo ganz alleine ist:

-Klassenbegleitung, Helfen im Unterricht (Großteil der Zeit in einer Bezugsklasse, restl. Zeit auch in anderen Klassen)

-Pausenaufsicht (sowohl über Kinder als auch über das Spielzeug im Bauwagen)

-Klassen zum Essen ins Finanzamt begleiten

-Unterstützen im Sekreteriat bei Organisatorischem

-Unterstützen bei Hausmeistertätigkeiten

In der Praxis ist der Tag dann aber lang und herausfordernd: Konfikte schlichen („Der hat mich zuerst geschlagen!“), Pausenlärm und -trubel, sich in Authorität üben (Was wie eine Fremdsprache ist: Man muss es lernen), Begriffe und Probleme so gut und einfach wie möglich erklären („Was ist Freiheit?“), und vieles mehr. „Die ersten vier Wochen sind hart, danach wird es schön!“ war die mutmachende frohe Botschaft der vorherigen FSJ’ler aus mindestens 4 verschiedenen Jahren (die inzwischen als Honorarkräfte weitermachen, weil es so schön war) und sie hat sich auch bei uns bewahrheitet. Nach ein paar Wochen härten die eigenen Nerven ab, man verinnerlicht den Tagesablauf, lernt mit den Situationen immer besser unzugehen, macht sich selber weniger Druck und hat nach und nach Kraft übrig, um selber Sachen auszuprobieren, Spiele zu initiieren, sich mit den Kindern noch mehr zu beschäftigen. Man merkt, dass kein Tag wie der andere ist, und jeder Tag mindestens eine Situation hat, bei der man sich denkt: „Süß, das muss ich mir merken!“

Denn auch die Kinder fangen nach etwa zwei bis vier Wochen an, einen komplett ins Herz zu schließen, und dann fängt die schöne Zeit erst richtig an und wird immer besser. Die ersten Basteleien, Bilder, Umarmungen und Anerkennungen werden einem geschenkt (Weshalb drei Wochen-Praktika in Schulen eigentlich eine total blöde Zeit sind: Die Arbeit bekommt man in voller Bandbreite mit, aber das Schöne noch nicht.) Kinder sind so unglaublich begeistert, dankbar für Aufmerksamkeit und ehrlich, dass es abfärbt und man sich mit ihnen freut, wenn sie sich freuen und sie begeistert von etwas erzählen. Wenn noch etwas mehr Zeit vergeht merkt man die Entwicklung auch bei sich selber: Man wird offener, mutiger, selbstständiger, geduldiger, weitsichtiger, selbstbewusster,… Es ist wie bei einem Rundumschliff bei Steinen.

Unsere Mentoren (Lehrer in den Bezugsklassen und Ansprechpartner) und auch das ganze Kollegium stehen einem auch immer mit Zeit, Rat und Tat zur Seite. Wir wurden direkt offen und freundlich aufgenommen, wir fühlten uns direkt als Teil der Lehrerschaft. Besonders in den ersten Wochen war das eine großartige Stütze.

Was die Zeit noch zusätzlich versüßt und auflockert, sind zwei Dinge:

Das erste sind die schulischen und außerschulischen Veranstaltungen wie ein Theaterbesuch, das wöchentliche Schwimmengehen, eine Klassenfahrt, ein Ausflug zum Weihnachtsmarkt oder zur Eislaufbahn oder ein Schulzirkus, die die Kinder noch Wochen danach begeistern.

Das zweite sind die FSJ-Seminare und -Wochen. Die einzelnen Veranstaltungen sind so ausgewogen, durchdacht und detailgenau geplant, dass es einen richtig freut dabei sein zu können. Hier lernt man die Reinstform eines guten Seminars und Workshops kennen: spannend und informativ, kompakt und inspirierend, ein Mix aus Theorie, Praxis und Gruppendynamik. Und die Leute, die man da kennenlernt, sind auch super sympathisch. Bei beiden von uns sind da gute neue Freundschaften entstanden.

Summa sumarum sind wir froh, das FSJ zu machen. Selbst wenn man danach gar nicht im sozialen Bereich bleiben wollen würde, lernt man doch eine ganze Menge wichtiger Dinge fürs Leben. Und sei es nur ein guter Umgang im Miteinander und ein Respekt vor dem Anderen und seinem Beruf. Denn jeder Beruf beinhaltet eine ganze Menge Arbeit, auch der des Lehrers.

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